Das Pflegen der Natur und das Anlegen von Gärten hat bei den Waldbreitbacher Franziskanerinnen eine doppelte Tradition: Zum einen fühlen sich die Schwestern dem Heiligen Franziskus verbunden, der einen sorgsamen, geschwisterlichen Umgang mit der Natur predigte und lebte. Zum anderen war die Gründerin des Ordens sehr naturverbunden im Westerwald aufgewachsen. Sie kannte sich bestens aus mit heimischen Heilpflanzen und hat mit großer Liebe im Klostergarten gearbeitet. Heute betreuen die Schwestern die Gärten, die sie auch für Besucherinnen und Besucher öffnen: Einen Bibelgarten, einen Kräutergarten, einen Lehr- und einen Themengarten. Die drei Schwestern, die maßgeblich bei der Anlage der Gärten mitgewirkt haben, arbeiten regelmäßig in den Gärten und geben Besucherinnen und Besuchern gerne Auskunft und machen kostenlose Führungen. Darüber hinaus geben sie ihr umfangreiches Wissen in Seminaren weiter.

Mit dem Bibelgarten eröffnen die Schwestern einen neuen, ungewohnten Weg zu biblischen Texten. In der Bibel werden etwa 110 verschiedene Pflanzenarten erwähnt. Das raue Westerwälder Klima und die hiesigen Bodenverhältnisse setzen einige Grenzen, dennoch finden die Besucher im Bibelgarten zahlreiche Pflanzen, die in der Bibel erwähnt werden oder in Israel und den angrenzenden Ländern schon zu biblischen Zeiten gewachsen sind: Koriander, Wermut, Lilien, Salbei, Hirse, der Öl- und der Granatapfelbaum gehören dazu. Die Bibeltextstellen, in denen die Pflanzen erwähnt werden, sind auf Schiefertafeln notiert. Wer möchte, kann sich im Haus-Mutter-Rosa eine Bibel ausleihen und die Textstellen nachlesen.
Mit dem Kräutergarten folgen die Ordensschwestern einer alten klösterlichen Tradition: Jahrhundertelang war die Klostermedizin die einzige Heilkunde, mit der kranken Menschen in Europa zu helfen war. Aber auch die Geschichte des eigenen Ordens verpflichtet zum Anbau von Kräutern. Denn die Ordensstifterin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, Mutter Rosa, hat bereits als Kind im nahen Fockenbachtal Heilkräuter gesammelt und an Apotheken verkauft, um so zum Unterhalt ihrer sehr armen Familie beizutragen. Später pflanzte sie hier auf dem Klosterberg Kräuter an, um sie den Kranken zur Heilung zu geben.

2002 legten die Schwestern den Themen- und Topfgarten an, in dem sich unter anderem historische Gemüsepflanzen und Kräuter finden, die schon im Capitulare de Villis Karls des Großen erwähnt wurden. Ebenso wachsen hier Pflanzen, mit denen früher gefärbt wurde und die in jedem Haus- und Hofgarten zu finden waren. Die Symbol- und Sinnenpflanzen erfreuen mit ihrer Schönheit und ihrem Duft. Einen weiteren Garten, den Lehrgarten, legten die Schwestern 2004 an.
Öffnungszeiten :
In den Monaten Mai, September, Oktober
Montag – Freitag: 10:00 – 18:00 Uhr
Samstag, Sonntag: 13:00 – 18:00 Uhr
In den Monaten Juni, Juli, August
Montag – Freitag: 11:00 – 20:00 Uhr
Samstag, Sonntag: 13:00 – 20:00 Uhr
Kontakt:
Waldbreitbacher Franziskanerinnen BMVA
Büro Bewahrung der Schöpfung
Franziskusweg 1
56588 Waldbreitbach
Tel.: 02638 81-4220
Fax: 02638 81-4221
E-Mail: sr.pulchra(at)wf-ev.de
Anmeldung von Führungen:
Bildungs- und Tagungshaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen
Reservierung
Tel: 02638 81-3030
Ansprechpartnerinnen:
Schwester M. Pulchra Lorscheider
Schwester M. Friedeberta Saur
Schwester M. Gratiola Saur
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