Franziskanische Spiritualität

Ihre Liebe zur Schöpfung und vor allem zu den Menschen, die am Rande stehen, die arm, krank und hilflos sind, teilte unsere Stifterin Mutter Rosa mit Franziskus von Assisi. Dieser verließ als reicher Kaufmannssohn all seinen Besitz und Reichtum, um selbst als Bettler und Ausgestoßener zu leben. So folgte er Jesus nach und zeigte dadurch die Zuwendung Gottes zu den Armen.

Wie Franziskus fand auch Mutter Rosa in Gott den Vater, der so gut ist, dass er besser für mich sorgt, als ich es selbst je könnte und der gerade dort, wo ich mich ihm in meiner Schwachheit überlasse, selbst weiterwirkt. Dieses Vertrauen auf die mütterlich-väterliche Zuwendung und Sorge Gottes ist die Grundlage unserer franziskanischen Spiritualität.

Franziskus überließ sich Gott, seinem Vater und Schöpfer vollkommen. Er lebte in dem Bewusstsein, dass Gott für ihn umfassend sorgt, sodass er sich in keiner Weise um materielle Dinge kümmern muss. Jeder Besitz und alles Festhalten hätte für ihn bedeutet, die direkte Beziehung zu Gott aufzugeben und materielle oder ideelle Absicherungen zwischen Gott und sich zu stellen.

In Gott, der der Vater der ganzen Welt ist, fühlte sich Franziskus mit der ganzen Welt eng verbunden. Das Band der Geschwisterlichkeit verbindet alle Menschen miteinander und die Menschen mit der gesamten Schöpfung, da alle in ein und demselben Vaterhaus, auf der einen Erde zusammen wohnen. So hat alles eine eigene Würde. Daher geht es uns Franziskanerinnen auch vor allem um Wert und Würde des Menschen und der ganzen Schöpfung.

Franziskus hat das Wort des Evangeliums radikal gelebt. Dadurch hat er deutlich gemacht, dass sich Gott den Ärmsten und Geringsten zuwendet und dass es nicht auf Macht und Ansehen in dieser Welt ankommt. So wollen wir als Franziskanerinnen von Waldbreitbach die Gegenwart Gottes heute fruchtbar und transparent werden lassen für unsere Zeit. Die Menschwerdung Gottes, das Leben und Evangelium Jesu Christi sind uns hierbei - wie für Franziskus und Mutter Rosa - tragendes Fundament und bewegende Kraft.

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