
Anfang der 90er Jahre haben einige Franziskanerinnen begonnen, auf dem Waldbreitbacher Klosterberg, ein kleines Stück vom ”Paradies” aufzubauen. Zwar gab es hier schon immer viel Natur, aber eine - im Sinne des heiligen Franziskus - schöpferische und geschwisterliche Begegnung mit der Natur existierte noch nicht. Der partnerschaftliche Umgang mit der Schöpfung ist Ausdruck der franziskanischen Spiritualität und fordert von den Ordensschwestern, dass sie nach ökologischen Gesichtspunkten im wirtschaftlichen Umfeld handeln.
Für den heiligen Franziskus (1182-1226) ist die Schöpfung das Medium, in dem Gott seine Allmacht, seine Güte und seine Schönheit ausdrückt. Die ganze Schöpfung dient Franziskus als Weg zu Gott. In jedem Geschöpf erkennt er die Spuren seines Schöpfers. So ermahnt uns Franziskus auch noch heute, sich nicht zu sehr auf die Interessen des Menschen zu fixieren. Denn auch Tiere, Pflanzen und unbelebte Natur müssen in ihrem Eigenwert respektiert werden.
Vor diesem Hintergrund fingen die Schwestern an, zu säen und zu pflanzen - und gründeten das Projekt ”Bewahrung der Schöpfung”. Ihre jüngste Initiative ist der Schöpfungspfad. Dieser verbindet alle Teile des Projektes und führt durch das ganze Areal, das unter das Leitmotto ”Bewahrung der Schöpfung” gestellt wurde - insgesamt sind das derzeit 7,5 Hektar.
Auf dem Schöpfungspfad soll Natur für alle Sinne begreifbar und erlebbar werden. Er soll zu einem neuen Bewusstsein im Umgang mit der Natur und zur Aktivität anregen. Hier gibt es Orte zum Ausruhen und Nachdenken, Beobachtungsorte - aber auch Plätze für Tiere und Pflanzen. Der ökologisch angelegte Naturerlebnispfad führt zum Bibelgarten, zum Kräuter- und Themengarten, entlang an Streuobstwiesen und wenn das Projekt abgeschlossen ist auch zu Feuchtbiotopen, Zierteichen und einem Geologiepfad.
Im Bibelgarten wachsen Pflanzen, die in der Bibel genannt werden und die in Israel und den angrenzenden Ländern schon zu biblischen Zeiten gewachsen sind: Koriander, Wermut, Lilien, Salbei, Hirse, der Öl- und der Granatapfelbaum gehören dazu. Mit dem Kräutergarten greifen die Schwestern eine alte klösterliche Tradition auf. Schon die Ordensgründerin sammelte als junge Frau Heilpflanzen. Später pflanzte sie hier auf dem Klosterberg Kräuter an, um sie den Kranken zur Heilung zu geben. 2002 haben die Schwestern den Themen- und Topfgarten angelegt, in dem sich u.a. historisches Gemüse und Kräuter finden, die schon im Capitulare de Villis Karls des Großen erwähnt wurden. Einen weiteren Garten, den Lehrgarten, legten die Schwestern 2004 an.
Früher gab es in jedem Ort Wiesen mit Obstbäumen. Jeder Bewohner hatte dort seine Bäume stehen. Viele dieser sogenannten Streuobstwiesen gingen in den letzten Jahren durch Rodungen oder Baumaßnahmen verloren. Wenn die Ordensschwestern heute die Tradition der Obstwiesen wieder neu beleben, dann geht es ihnen darum, alte Kulturpflanzen, wie es die Obstbäume sind, für die Nachwelt zu erhalten. Aber noch mehr: Auf den Obstwiesen entstehen wertvolle Biotope: zahlreiche Pflanzen und Tiere siedeln sich hier an.
Der Schöpfungspfad ist bewusst so angelegt, daß er auch für Menschen mit Mehrfachbehinderung erfahrbar ist.
Öffnungszeiten :
In den Monaten Mai, September, Oktober
Montag – Freitag: 10:00 – 18:00 Uhr
Samstag, Sonntag: 13:00 – 18:00 Uhr
In den Monaten Juni, Juli, August
Montag – Freitag: 11:00 – 20:00 Uhr
Samstag, Sonntag: 13:00 – 20:00 Uhr
Weitere Informationen erhalten Sie bei den:
Waldbreitbacher Franziskanerinnen BMVA
Büro Bewahrung der Schöpfung
Franziskusweg 1
56588 Waldbreitbach
Tel.: 02638 81-4220
Fax: 02638 81-4221
E-Mail: sr.pulchra(at)wf-ev.de
Anmeldung von Führungen:
Bildungs- und Tagungshaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen
Reservierung
Tel: 02638 81-5031
Ansprechpartnerinnen:
Schwester M. Pulchra Lorscheider
Schwester M. Friedeberta Saur
Schwester M. Gratiola Saur
Auch Sie können uns unterstützen: Das Projekt „Bewahrung der Schöpfung“ ist angewiesen auf Öko-Sponsoren, Geld- oder Sachspenden (z.B. Pflanzen, Samen, Werkzeuge), Patenschaften, z.B. für Nistkästen.
Bankverbindung „Projekt Bewahrung der Schöpfung“
Sparkasse Neuwied
KTO 30004576
BLZ 57450120