Den Willen Gottes suchen - erkennen - erfüllen - sich senden lassen und wieder neu den Willen Gottes suchen... So lässt sich die Verbindung beschreiben, die unsere Stifterin Mutter Rosa mit Gott gelebt hat.
Sie war eine Frau, die durch ihr Leben gezeigt hat, dass es möglich ist, das Evangelium, die christlichen Werte und den Glauben zu verwirklichen. So hat sie die Gemeinschaft aufgebaut, sie hat die Not der anderen Menschen gesehen und ihnen geholfen, wo sie konnte und sie hat es klaglos ertragen, dass sie in ihrer Gemeinschaft an den Rand gedrängt wurde und ihr Andenken noch zu Lebzeiten ausgelöscht werden sollte. Wir glauben, dass Gott in und durch sie wirkte. Gott war es, der sie immer wieder zu den Armen, Kranken und Bedürftigen drängte und sie so ihren Weg führte. Gott wurde für sie zur Quelle ihrer Kraft. Schon als Kind sucht Mutter Rosa die Nähe Gottes im Gebet, in Meditation und in ihrer täglichen Arbeit. Aus ihrer intensiven Verbindung zu Gott entwickelte sich ein Dialog zwischen ihr und Gott: Hören - Antworten - Hören. Sie war sich dieser Nachfolge sehr bewusst und lebte sie konsequent bis an ihr Lebensende, auch wenn für sie schon relativ früh die Zeit kam, in der sie von der neu gewählten Leitung ihrer Gemeinschaft ins Abseits gesetzt wurde. Noch lange Jahre nach ihrem Tod wurde sie verschwiegen. Generationen von Ordensschwestern haben kaum etwas von Mutter Rosa gewusst, aus für uns heute unerklärlichen Gründen. Lange scheiterte jeder Versuch, sie erneut ins Bewusstsein zu bringen. Doch - wie sie gelebt hat und was durch sie entstanden war, konnte auf Dauer nicht übersehen werden.

Der Verlauf des Seligsprechungsprozesses
Damit dieses Wirken Gottes im Leben von Mutter Rosa gewürdigt, sichtbar und öffentlich wird, wurde 1957 in Trier der Seligsprechungsprozess eröffnet, nachdem die Gebeine der Stifterin exhumiert und in der Gruft der Friedhofskapelle einen Ehrenplatz erhalten hatten. Jeder Seligsprechung geht zuerst ein Diözesanprozess voraus. Alle aussagekräftigen Hinweise auf Mutter Rosa, die noch auffindbar waren, wurden zusammengetragen und kritisch geprüft. Personen, die sie gekannt haben oder über ihr tugendhaftes Leben und Wirken Auskunft geben konnten, wurden unter Eid gehört. 1972 war der Prozess in der Diözese Trier abgeschlossen. Die versiegelten Akten wurden nach Rom geschickt zu einer weiteren gründlichen Bearbeitung. Sie wurden durch mehrere Kommissionen überprüft, bewertet und nach langen Jahren bestätigt. Zu einer Seligsprechung gehört auch ein sichtbares Zeichen der Fürsprache des Dieners, der Dienerin Gottes. Das heißt, es muss ein Wunder nachgewiesen werden. 1998 wurde in der Diözese Trier der Prozess für ein vermutetes Wunder eröffnet. Nach Anhörung mehrerer vereidigter Zeugen sowie der Prüfung aller vorhandenen Unterlagen, konnte dieser Prozess 1999 in der Diözese Trier abgeschlossen und die gesamten versiegelten Unterlagen nach Rom gebracht werden. Dort muss der Fall erneut von mehreren Kommissionen geprüft und anerkannt werden.

Seligsprechung am 4. Mai 2008
Am 4. Mai 2008 wurde Mutter M. Rosa Flesch im Hohen Dom zu Trier selig gesprochen. Damit erkennt die katholische Kirche an, dass Mutter Rosa vorbildlich aus dem Glauben gelebt und Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Im Juli 2007 hatte die Vatikanische Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen den viele Jahre zurückliegenden Fall einer jungen Frau, deren Heilung aus ärztlicher Sicht nicht erklärt werden kann, als Wunder anerkannt, das auf die Fürsprache von Mutter Rosa hin geschehen sei. Bereits 2005 hatte die Kongregation die Tugendhaftigkeit der Ordensgründerin festgestellt.
Es fällt auf, dass Mutter Rosa in der letzten Zeit immer bekannter, geschätzter und von vielen Menschen in unterschiedlichsten Anliegen um Fürsprache gebeten wird. Ihr Sarkophag steht in der Mutterhauskirche in Waldbreitbach und so ist sie gegenwärtig inmitten ihrer Gemeinschaft. Ihre Ruhestätte ist zugänglich für viele Menschen.
Weitere Informationen zur Seligsprechung finden Sie auf der Seite www.rosa-flesch.de und beim
Sekretariat Mutter Rosa
Schwester M. Engeltraud Bergmann
Margaretha-Flesch-Str. 6
56588 Waldbreitbach
Tel.: 02638 81-4340
Fax: 02638 81-4345
E-Mail: sr.engeltraud(at)wf-ev.de